| Antrag: | Klimabeschluss: Unser Plan für ein klimaneutrales Mannheim |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Werner Dörring |
| Status: | Geprüft |
| Angelegt: | 17.09.2020, 21:14 |
Ä3 zu A2: Klimabeschluss: Unser Plan für ein klimaneutrales Mannheim
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Mobilität: Attraktives Fuß- & Radwegenetz, zukunftsfähiger ÖPNV, Autofreie- und autoarme Stadtquartiere mit neuen Flanier-, Grün-, und Spielflächen., Verlagerung des Güterverkehrs auf Schiene und Wasserwege
Lasst uns Mannheim gemeinsam klimaneutral machen
Hitzewellen, Waldbrände, Starkregen, Überflutungen, Dürren: Wir erleben die
Folgen der Klimakrise bereits vor der eigenen Haustür. Horrorszenarien mit
Völkerwanderungen, Vertreibungen, Krieg und Terror in einer um 3, 4 oder mehr
Grad heißeren Welt innerhalb unserer Lebenszeit und der unserer Kinder und Enkel
lassen sich erahnen. Mit einem Fieberthermometer verglichen, sprechen wir von
38,5°C – oder tödlichen 41°C. Es besteht wissenschaftliche Einigkeit darüber,
dass nie dagewesenes Leid auf die Menschheit zukommt, wenn die Erdüberhitzung
nicht verhindert wird. Dabei ist der erforderliche Klimaschutz technisch und
finanziell bereits heute absolut machbar! Nicht nur ebnet er den Weg in die
Klimaneutralität, sondern auch in eine nicht auf fossilen Brennstoffen
basierende ressourcenschonende Wirtschaftsweise die regionale Wertschöpfung und
lokale Wirtschaftskreisläufe belebt und dadurch Arbeitsplätze der Zukunft
schafft. Und Klimaschutz führt in eine Zukunft mit weniger Verschmutzung und
Verschwendung sowie sauberen Energien, die unseren Wohlstand und ein Überleben
aller sichern. Noch haben wir es in der Hand, in welcher Zukunft wir leben
wollen. Die internationale Staatengemeinschaft hat sich im Pariser
Klimaschutzabkommen von 2015 völkerrechtlich bindend verpflichtet und
versprochen, den globalen Temperaturanstieg gegenüber dem Niveau vor der
Industrialisierung auf deutlich unter 2°C zu begrenzen, und zudem Anstrengungen
zu unternehmen, ihn auf möglichst nur 1,5°C zu halten.
Das kommende Jahrzehnt ist das letzte, in dem wir die Erderhitzung noch auf
1,5°C begrenzen können. Sollten wir das nicht schaffen, wird sich unser Klima,
unsere Natur und damit auch unser Leben unwiederbringlich verändern. Dies zu
verhindern, ist das Versprechen an unsere Kinder und zukünftige Generationen,
für das auch wir in Mannheim stehen.
Deutschland ist reich, stark und einflussreich. Wir haben Meinungs- und
Pressefreiheit und eine exzellente Wissenschaft. Unsere Wirtschaft ist bei
Zukunftstechnologien oft führend. Wir können aus unserer Geschichte und unseren
Traditionen schöpfen. Mit unserem Erfindergeist haben wir Technik, Gesellschaft
und die Demokratie vorangebracht – jetzt stehen wir vor unserer größten
Herausforderung. Viele Menschen in Deutschland wollen das Klima schützen, die
überwältigende Mehrheit ist beunruhigt von der Klimakrise. Wir müssen beim
Klimaschutz vorangehen und gleichzeitig andere, ärmere Regionen massiv in der
Bekämpfung der Klimakrise unterstützen. Damit zeigen wir auch anderen Ländern
weltweit auf, dass und wie es geht. Die Bekämpfung der Coronakrise hat gezeigt,
dass wir große Herausforderungen gemeinsam meistern können. Das gilt auch für
die Klimakrise!
Wir tragen gerade auch lokal eine globale Verantwortung für die Gerechtigkeit
auf diesem Planeten – dieser dürfen und wollen wir uns nicht verschließen.
Deshalb müssen wir Mannheim endlich auf den Weg in die Klimaneutralität bringen.
Unser Ziel: Mit einem umfassenden, verbindlichen und überprüfbaren
Klimaaktionsplan bis 2030 klimaneutral werden
Doch wo steht Mannheim aktuell auf diesem Weg? Der im Dezember 2019 vom
Mannheimer Gemeinderat verabschiedete Dringlichkeitsplan zur Beschleunigung von
Klimaschutzmaßnahmen ist ein erster Schritt in die richtige Richtung und
Grundlage für die notwendigen Veränderungen. Er reicht aber bei weitem noch
nicht aus, um Mannheims Anteil daran zu leisten, die Erderhitzung auf unter
1,5°C zu begrenzen. Deshalb wollen wir das Mannheimer Treibhausgas-Restbudget
zur Einhaltung des 1,5°C Ziels berechnen und gemeinsam mit den zu dessen
Reduktion notwendigen Maßnahmen in einem verbindlichen und überprüfbaren
Klimaaktionsplan festlegen. Wir setzen uns dabei für einen linearen
Reduktionspfad dieses Treibhausgasbudgets mit dem Ziel der Klimaneutralität 2030
ein.
Als GRÜNE halten wir wissenschaftsgeleitete Verfahren für dringend geboten, wir
brauchen Zahlen und Fakten, auf deren Grundlage wir gezielt planen und handeln
können. Deshalb muss die Stadt Mannheim einen solchen Klimaaktionsplan mit dem
Ziel der Klimaneutralität 2030 gemeinsam mit Wissenschaftler*innen erarbeiten
und konsequent umsetzen. Die Umsetzung muss in jährlichen Monitoringberichten
überprüft werden, um schnellstmöglich nachsteuern zu können. So kann Mannheim
seinen Beitrag zur Einhaltung des 1,5°C Ziels leisten und bis 2030 klimaneutral
werden.
Unsere Maßnahmen
Die wichtigsten Maßnahmen in Mannheim, um die Erderhitzung auf maximal 1,5 Grad
zu begrenzen, heißen: 100% Erneuerbare Energie, die Mobilitätswende und die
Transformation der Industrie. Im Folgenden legen wir eine Reihe an Maßnahmen in
den verschiedenen Bereichen vor, die wir als geeignet und notwendig erachten, um
in Mannheim Klimaneutralität bis 2030 zu erreichen. Neben den Maßnahmen in den
einzelnen Bereichen ist eine Koppelung der Energiesysteme in den einzelnen
Sektoren essenziell.
Hier sind unsere wichtigsten Vorschläge für den Klimaschutzaktionsplan auf einen
Blick:
Energie: Energieeinsparungs- und Energieeffizienzpotentiale nutzen, Umstellung
auf 100% Erneuerbaren Strom & Wärme, Ausbau des Fernwärmenetzes und Aufbau neuer
Nahwärmenetze.
Bauen und Sanieren: Dämmung aller Gebäude, Energiepositivität von Neubauten in
Bebauungsplänen verankern, Solardachpflicht einführen.
Mobilität: Attraktives Fuß- & Radwegenetz, zukunftsfähiger ÖPNV, Autofreie- und
autoarme Stadtquartiere mit neuen Flanier-, Grün-, und Spielflächen., Verlagerung des Güterverkehrs auf Schiene und Wasserwege
Wirtschaft und Industrie: lokale Unternehmen als Partner*innen für die
Klimaneutralität 2030 gewinnen, Förder- und Beratungsprogramme ausbauen,
Unterstützung bei ressourceneffizienten Kreislaufkonzepten.
Stadt als Vorreiterin: In allen Bereichen als Stadt Klimaschutzvorbild sein,
städtische Immobilien mit Photovoltaik ausrüsten und Dächer und Fassaden
begrünen, Divestment der kommunalen Finanzen.
Anpassung an eine 1,5-Grad-Welt: Konsequente Umsetzung des
Klimafolgenanpassungskonzepts 2030, Hitzeaktionsplan, Ausbau städtischer
Grünflächen, Entsiegelung, Aufforstung und ökologischer Waldumbau zum Erhalt des
Waldes.
1. Handlungsfeld Energie - Strom und Wärme fossil-frei machen
Im Kern geht es beim Klimaschutz im Handlungsfeld Energie um die Umstellung
aller Sektoren auf 100% erneuerbare Energie. Dafür sind neben der Produktion
erneuerbaren Stroms und Wärme auch Energieeinsparung, die Steigerung der
Energieeffizienz (Reduktion des Primärenergieeinsatzes um 50% bis 2030)
notwendig: Strom, Wärme, Verkehr - die gesamte Energie, die wir nutzen, muss
zukünftig aus erneuerbaren Energien stammen. Fakt ist jedoch, dass auch 2020
noch immer der Großteil der produzierten Energie in Deutschland aus Öl, Gas und
Kohle stammt. Doch die Kosten für erneuerbare Energie fallen immer weiter. Fast
überall sind sie schon heute günstiger als Fossile. Auch wenn in Mannheim ein
möglicher Importsaldo bei erneuerbarem Strom bleiben wird, lässt sich ein
Großteil doch lokal mit Photovoltaik und Windenergie herstellen.
Eine besondere kommunale Herausforderung ist der Umstieg auf 100% erneuerbare
Wärme. Um diese zu meistern, muss neben der Einsparung von Wärme durch Sanieren,
vor allem die Fernwärme, die einen Großteil Mannheims mit Wärme versorgt,
komplett erneuerbar lokal hergestellt werden. Mannheim muss Erneuerbare Energien
konsequent ausbauen und komplett aus Kohle, Erdöl und Erdgas aussteigen. Hierfür
ist ein schnelle Abschaltung aller Blöcke des Großkraftwerks Mannheim
essentiell. Eine Übergangslösung in Form des Umbaus zu einem Gaskraftwerk lehnen
wir ab, denn ein solches wäre sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich
unzumutbar. Wir müssen Gas bei der Wärmewende überspringen, da die Klimabilanz
von Erdgas nicht bedeutend besser ist als Kohle und auch mittelfristig kein
grüner Wasserstoff für die Wärmewende zur Verfügung stehen wird, da dieser für
Industrie, Flug- und Schiffsverkehr gebraucht wird. Wir möchten erneuerbare
Wärme dezentral und mit einem breiten Energiemix sicherstellen. Je schneller wir
damit anfangen, desto besser.
Maßnahmen
Erneuerbare Energien ausbauen
100% Erneuerbare Energien bis 2030
Solaroffensive starten
Photovoltaik auf alle geeigneten Dächer der Stadt in ihrer
BeteiligungenPhotovoltaik an Brückengeländer, Schallschutzwänden, Haltestellen,
Überdachungen o.ä. ermöglichenSolardachförderung ausweiten
Balkonphotovoltaik fördern und entbürokratisieren
Prüfung von Freiflächen für die Aufstellung von Photovoltaikanlagen,
die sich automatisch nach der Sonne ausrichten
Mannheimer Energiegenossenschaft und Förderung von Bürgerenergieprojekten
durch Beratung und zur Verfügung Stellen städtischer Dächer (z.B.
Schuldächer)
Aufstellen von Windrädern auf den dafür vorgesehenen Potentialflächen
Aufbau von Strom- und Wärmespeicherkapazitäten
Umstellung aller städtischen Stromverträge auf Ökostrom
Ausstieg aus fossilen Energien
Die Stadt Mannheim soll als Mehrheitseigentümerin von der MVV Energie AG
einfordern, bis spätestens 2030 die erzeugte, zugekaufte und verkaufte
Primärenergie vollständig zu dekarbonisieren
Alle Blöcke des Großkraftwerks Mannheim abschalten
Kein Umbau des GKMs zu einem Gaskraftwerk
Anschlusspflicht ans Fern- bzw Nahwärmenetz (wo technisch machbar) sowie
Verbot von zuerst Öl- und später Gasheizungen in Bebauungsplänen
festschreiben
Müllheizkraftwerk perspektivisch als Wärmelieferanten überflüssig machen
Energieeinsparung und Energieeffizienz
Kommunales Energiemanagement
Straßenbeleuchtung und städtische Gebäude auf LED umstellen
Intelligente Stromnetze und Verbrauchssteuerung
Wärmewende
Vollständige Dekarbonisierung der Fernwärme
Beendigung der Abnahme von Fernwärme aus dem GKM
Ausbau und Einbindung dezentraler erneuerbarer Wärmeerzeuger, wie z.B.:
Industrielle Abwärme
Abwasserwärme nutzen
Großwärmepumpen
(Tiefen-)Geothermie
(Alt-)Holz & Biomasse
Groß-Solarthermie
Power-To-Heat
Dezentrale Wärmeerzeugung durch Photovoltaik, Luft-Wärmepumpen und
Elektroheizungen
Aufstellung eines kommunalen Wärmeplans
Ausbau des Fernwärmenetz und Aufbau von Niedertemperatur- und
Nahwärmenetzen
Niedertemperaturnetze installieren
Wärmeversorgung durch Wärmespeicher sicherstellen
Allgemein
Ausgliederung und Rekommunalisierung des Mannheimer Teils der MVV
2. Handlungsfeld Bauen und Sanieren - klimaneutral Wohnen und Arbeiten
Ohne die Energiewende im Gebäudebereich und den Umbau unserer Wärmeversorgung
sind die Klimaziele nicht zu erreichen. Deshalb müssen wir die
Wohnungswirtschaft als Akteurin für die Energiewende gewinnen. Für eine
erfolgreiche Klimapolitik im Gebäudesektor muss der Wärmebedarf deutlich gesenkt
werden, und der Energieverbrauch als Teil des 50% Effizienzziels bis 2030
deutlich reduziert werden. Dafür müssen alle Gebäude gedämmt und neue Gebäude
möglichst als Plusenergiehäuser errichtet werden. Investitionen in nachhaltige
Gebäude und eine moderne Wärmeversorgung sind nicht nur gut fürs Klima, sie
wirken auch als Konjunkturprogramm, insbesondere für das lokale Gewerbe und
helfen diesem bei der Transformation. Die Energiewende kann gerade im Bereich
Bauen und Sanieren nur mit starken Kommunen gelingen. Mannheim kann hier
Vorreiterin werden!
Maßnahmen
Energetische Sanierungen
Vervielfachung der Gebäudesanierungsrate, z.B. durch Seriensanierungen,
wie Energiesprong
Strenge Sanierungsrichtlinien für städtische Bauträger
Aufsuchende Sanierungs- und Bauberatung der Klimaschutzagentur: pro-
aktives Zugehen auf Vermieter und Erarbeitung individueller
Sanierungskonzepte
Fonds von der Stadt für sozial benachteiligte Gruppen für ökologische
thermische Sanierungen von Gebäuden
Nachrüstung von Altimmobilien mit Photovoltaik, Fernwärme, Geothermie etc.
Genossenschaftliches Wohnen bei ökologischen Sanierungen besonders
unterstützen
Neubau
Solardachpflicht und Energiepositivität für Neubauten, Duldungspflicht für
Bestand einführen
Pflicht zu erneuerbarer Wärme im Bebauungsplan verankern, z.B. Fernwärme,
Wärmepumpe
Einsatz ressourcenschonender und emissionsarmer Baumaterialien einfordern
Aufstockung und Nachverdichtung zur intensiven Nutzung der knappen Flächen
Subvention für hydraulischen Abgleich ab einer gewissen Immobiliengröße
Allgemein
Administrative Prozesse und Genehmigungsverfahren digitalisieren und
beschleunigen
Bereitstellung städtischer Energieberater
Informationen für Bürger*innen über Energieeinsparungen im Haushalt
bereitstellen
Ökologische Stadtentwicklung
Quartiermanager*innen in Beratung einbinden
Städtische Musterhäuser als ökologische Vorzeigebauten in verschiedenen
Stadtteilen
Aufenthaltsqualität in nicht-kommerziellen öffentlichen Räume verbessern,
zur Förderung kleiner Wohnflächen
3. Handlungsfeld Mobilität - klimaneutral von A nach B
Im Verkehrssektor hat sich seit 1990 bei den Emissionen kaum etwas getan –
zuletzt sind die Emissionen sogar angestiegen. Sämtliche Einsparungen durch
verbesserte Techniken wurden durch ein Mehr an Verkehr und größere Pkws
aufgehoben. Dadurch stieg der Anteil der Emissionen des Verkehrssektors an den
deutschen Treibhausgasemissionen auf 18,4 %. Lösungsansätze liegen in einer
deutlichen Reduktion des motorisierten Individualverkehrs (MIV) und eine
Verlagerung auf Fuß, Fahrrad und ÖPNV, der umfassenden Elektrifizierung des
restlichen MIV, sowie einer dafür geeigneten Umgestaltung der Stadt. Seit
Jahrzehnten wird der MIV deutlich bevorteilt. Kein Wunder also, dass ihn noch
immer viele Menschen nutzen. Wir brauchen eine Mobilitätswende und nicht bloß
eine Antriebswende. Damit diese gelingt, reicht es nicht aus nur Fuß-, Rad- und
öffentlichen Nahverkehr zu stärken, wir müssen den MIV aktiv einschränken. Die
Kommunen haben hierfür große Handlungsspielräume und wir sind bereit diese zu
nutzen.
Gerade im Handlungsfeld Mobilität sind die notwendigen Maßnahmen hin zu einem
klimaneutralen Mannheim nicht nur dem Klimaschutz zuträglich. Eine nachhaltige
Mobilitätswende nützt vor allem unmittelbar den Stadtbewohner*innen durch
geringere Schadstoff- und Lärmbelastung, Reduktion des Risikos von
Verkehrsunfällen, Schaffung von Naherholungsräumen durch Verkehrsreduktion,
Belebung der Stadt durch öffentliche Räume für alle oder auch durch positive
Effekte auf Einzelhandel, Gastronomie und Kulturszene welche allesamt mit einem
geringeren Flächenverbrauch des Verkehrssektors, maßgeblich durch eine
Verschränkung von Fuß-, Rad- und öffentlichen Nahverkehr entstehen. Lassen wir
diese Chance nicht verstreichen!
Maßnahmen
Fußverkehr
Schaffung breiter vom Radverkehr getrennter Fußwege
Lückenschluss im Fußwegenetz
Programm zum barrierefreien Umbau bestehender Fußwege, vor allem durch
Absenkung von Bürgersteigen
Ampelschaltung für Fußgänger*innen attraktiver machen
Ausweitung bestehender und Ausweisung neuer Fußgängerzonen in allen
Stadtteilen
Fahrradverkehr
Erstellung eines Radwegeplans für ein attraktives Radwegenetz für ganz
MannheimEinführung von Velorouten, die als gut ausgebaute Hauptradstrecken
die Stadtteile innerhalb Mannheims verbindenSchließung von Lücken im bisherigen Radwegenetz durch Bau neuer
RadwegeIntegration von Radschnellwegen, die umliegende Städte und Gemeinden
an Mannheim anbindenAusbau von Fahrradstraßen
Einführung von Fahrradzonen
Moderne und sichere Radverkehrsinfrastruktur
Neue Standards für die Radverkehrsinfrastruktur an Hauptstraßen
Baulich getrennt vom ruhenden und fahrenden MIV
Je Richtung mindestens 2,3 Meter Breite
farbig asphaltiert
ohne Absenkungen an Nebenstraßen und Einfahrten
Bauliche Verhinderung des Haltens von Kfz
vom Fußverkehr getrennt
Fahrradgerechte Umgestaltung von Kreuzungen und Kreisverkehren nach
niederländischem VorbildRadverkehrsanlagen werden über Kreuzungen und Kreisverkehre
sichtbar fortgesetztder geradeaus fahrende Radverkehr wird vor abbiegenden Kfz
geschützt
Ampelschaltungen für Fahrradfahrer*innen optimieren
separate Rad-Ampeln mit Zeitvorlauf oder eigener Grünphase für
Radverkehr,automatische Erkennung von Fahrrädern,
Radfahrende können Kreuzungen ohne Zwischenstopp überqueren
undRadfahrenden wird das freie Rechtsabbiegen ermöglicht.
Komfortable und sichere Abstellplätze schaffen
Beschleunigung des bisherigen Stellplatzausbaus
Umfunktionieren von PKW-Stellplätzen
Einrichten von Fahrradparkhäusern an zentralen Plätzen
(teilweiser) Umbau von Auto-Parkhäusern zu Fahrradparkhäusern
Ausstattung aller Fahrzeuge ab 3,5t der Stadt Mannheim (sowie ihrer
Töchter) mit elektronischen Abbiegeassistenten
ÖPNV
Massiver Ausbau des öffentlichen Verkehrs
Taktung ausbauen und optimieren
Linien- und Schienennetz ausbauen und optimieren
Alternative Formen im suburbanen Raum entwickeln und ausprobieren,
z.B. On-Demand-VerkehrAufenthaltsqualität durch saubere und ansprechende Gestaltung von
Fahrzeugen und Haltestellen
Spezielle Straßenbahnzüge zwischen Wohn- und Industriegebieten, in denen
Fahrradmitnahme durchgehend erlaubt ist
Einführung eines 365€ Tickets für den ÖPNV
Einführung eines verbundweiten Sozialtickets als Zeitkarte
Umstellung des nicht-schienengebundenen ÖPNVs auf klimaneutrale
Antriebsformen
Wasserwege für den ÖPNV nutzen, z.B. Wasserbusse, die die Stadt von
Rheinau bis zur Neckarstadt verbinden
Motorisierter Individualverkehr
Langfristige und starke Reduktion des Autoverkehrs in die Stadt und durch
die StadtGeschwindigkeitsbeschränkung von 20km/h in den Quadraten und in
Wohngebieten, 30 km/h im restlichen StadtgebietCommuter Lanes für Fahrgemeinschaften
Parkraummanagement
Parkräume im öffentlichen Raum deutlich verknappen und weiter
verteuernNutzungsgebühr in Parkhäusern in den Quadraten nach Auslastung
steuernDigitales Parkleitsystem zur Minimierung der Wege
Gebühren für Bewohnerparkausweise erhöhen und Tagesparkscheine für
Besucher*innen von Bewohner*innen abschaffenIllegales Gehweg- oder Radwegparken konsequent ahnden
Reduktion des Parkplatzsschlüssels im Neubau möglichst auf 0,5 Kfz-
Stellplätzen pro WohneinheitSchaffung vollständig autofreier Modellquartiere
Vollständige Dekarbonisierung des MIV
Prämie/Förderung für Bürger*innen, die keinen Pkw auf sich zugelassen
haben
Multimodale stadtplanerische Elemente und andere Maßnahmen
Raumpolitische Maßnahmen
Autofreie Stadtquartiere, beginnend mit der Innenstadt
Vermehrt Shared Spaces einrichten
Neues Verkehrsgesamtkonzept für zentrale Plätze wie den Alten Messplatz
oder den Bahnhofsvorplatz, das alle Verkehrsteilnehmer*innen mit
einbezieht
Weitere Maßnahmen
Flughafen Mannheim schließen: Alternatives Nutzungskonzept für den
Flughafen Mannheim entwickelnLandstromversorgung für Schifffahrt verpflichtend machen
Pendelverkehr regulieren
Park&Ride ausbauen
Zahlung einer Nicht-Pendler-Pauschale als ausgleichendes Instrument
um falsche Anreize zu neutralisieren und teureres Wohnen mit kurzen
Wegen in der Stadt zu fördernReduktion von Pendelwegen in der Region
Ausbau der Planungskapazitäten in der Verwaltung: zusätzliche Stellen
schaffen
4. Handlungsfeld Wirtschaft & Industrie - Transformation gemeinsam gestalten
Unsere lokalen Unternehmen haben einen erheblichen Anteil an den kommunalen CO2-
Emissionen. In Partnerschaft mit unserer Stadt sollen daher die ortsansässigen
Betriebe Verantwortung übernehmen und klimaaktiv ihre Unternehmen umgestalten,
um den Weg in eine klimaneutrale Zukunft mitzugehen. Mannheim muss dazu eine
verbindliche, dauerhafte und faire Klima-Partnerschaft mit der lokalen
Wirtschaft aufbauen – eine Partnerschaft, die ein starkes Signal aussendet:
gemeinsam machen wir unsere Stadt für uns, unsere Kinder und Enkel klimaneutral,
wirtschaftsstark und lebenswert!
Mit der Klimkennzahl X-Degree-Compatibility (XDC) kann für viele Unternehmen
genau beziffert werden, auf welches Temperaturniveau wir zusteuern, wenn sich
alle Unternehmen so verhielten. So marschiert z.B. die BASF mit ihrem Wirken in
Richtung 4,3 Grad Erhitzung. Tatsächlich liegt die Mehrheit der DAX-Unternehmen
leider voll auf Kurs zur Klimakatastrophe: im Durchschnitt steuern sie auf 4,9
Grad zu!
Der Industriesektor – also die Gesamtheit der großen Produktionsanlagen
außerhalb der Energiewirtschaft – ist mit 22 % die zweitgrößte Emissionsquelle
in Deutschland. Gerade in Mannheim, einer Stadt mit einer Vielzahl industrieller
Betriebe der chemischen Industrie, aber auch des Maschinen- und Anlagenbaus, ist
dieser Anteil noch etwas höher. Dabei ist zu beachten dass in dieser Zahl der
Bezug von Strom und Wärme aus öffentlichen Netzen, die Emissionen durch die
Verwendung oder Entsorgung von aus Erdöl und Erdgas gewonnenen Produkten und die
Gütertransporte nicht berücksichtigt sind. Ungefähr zwei Drittel der Emissionen
in der Industrie stammen aus dem Energieverbrauch der Industrie – also von
selbst erzeugtem Strom und Wärme. Das verbleibende Drittel der Emissionen
besteht aus sogenannten Prozessemissionen. So entstehen z.B. in der Stahl- und
Zement-Produktion durch chemische Reaktionen erhebliche Mengen an CO2. Die
erforderliche grundlegende industrielle Transformation muss bundespolitisch
durch große finanzielle Zuschüsse gezielt unterstützt werden, damit die nötigen
Investitionen sicher getätigt werden können.
Neben der Industrie sind auch Handwerk, Handel und Gewerbe in hohem Maße für
CO2-Emissionen verantwortlich, z.B. was Lieferfahrten, Kühlketten aber auch die
strategische Ausrichtung auf veraltete Geschäftsfelder wie Ölheizungen
anbetrifft. Hier muss insbesondere durch Umstellung der Geschäfts- und
Ausbildungsmodelle sowie der Lieferprozesse auf Klimaneutralität hingearbeitet
werden.
Mit einer kommunalen Partnerschaft – einer freiwilligen Selbstverpflichtung in
Form eines Klima-Pakts – muss es gelingen, mit Industrie- und Handelskammer
(IHK), Handwerkskammer (HK) sowie den zahlreichen örtlichen
Unternehmensvertretungen, Vereinen und Verbänden die Betriebe der lokalen
Wirtschaft möglichst rasch auf den 1,5- Grad-Kurs zu bringen. Mannheim muss im
Rahmen ihrer Möglichkeiten beim Genehmigen, Fördern und Best-Practice-Beraten
die nötigen “Stupser” geben.
Maßnahmen
Klimaschutz-Allianz
Klimaschutz-Allianz als Austauschplattformen zwischen Unternehmen und
städtischen Partner*innen fortführen
Klimaschutz-Allianz-Plus: lokale Unternehmen in die Verantwortung nehmen
gemeinsam bis 2030 klimaneutral zu werden
Kommunaler Fonds, der Risiken von klimapositiven Investitionen teilt
Neues Wirtschaften
„Gutes von hier”- Imagekampagne für regionale Unternehmen, Kooperation mit
Handel für eindeutige Kennzeichnung
Modelle der Gemeinwohlökonomie kommunal fördern
ökonomisch-genossenschaftliche Unternehmungen bei Gründung bzw.
Umstrukturierung unterstützen
Förderung von Kreislaufwirtschaftsmodellen durch gezielte Ansiedlung von
Unternehmen aber auch Anreizsystemen (z.B. erhöhte Abfallgebühren)
Berufliche Ausbildung in Zukunftsberufen (EEnergie, Wärmeversorgung,
Planung & Bau) stärken durch Ausbau und strategische Ausrichtung der
beruflichen Bildungskapazitäten, Förderung der Vernetzung zwischen
Bildungsträgern und Ausbildungsbetrieben
Aufbau einer Fortbildungsinitiative (z.B. an der Abendakademie) für
klimafreundliches Arbeiten, Bauen, Ausbauen, Fertigen nach
Wirtschaftsbereichen
Verkehr
Neuorganisation des Lieferverkehrs: Zentrale Umschlageplätze, von denen
aus Waren mit kleinen E-Fahrzeugen ausgefahren werden
Förderung von E-Lastenrädern für lokale Betriebe
Kooperation Jobticket ausbauen und Möglichkeit zum Bezug für
Einzelpersonen schaffen
Energiewende
Effizienzkampagne für kleine und mittelständische Unternehmen
Klimaaudit für Unternehmen: Prüfung von Energieeffizienz und
Klimaschutzkriterien, möglichst verbinden mit ISO14001
Umweltmanagementsystem
Einspeisung von Prozess-Abwärme ins Fernwärmenetz ermöglichen
Abwärmeverbundsysteme fördern
Wärmepumpen statt Ölheizungen: Abwrackprämie für Unternehmen
5. Handlungsfeld Stadt als Vorreiterin - Zeigen wie’s geht
Die Stadt Mannheim muss auf dem Weg zur Klimaneutralität eine Vorbildrolle
einnehmen und den Prozess zu einem Klimaneutralen Mannheim aktiv leiten und
koordinieren. Um ihren individuellen Lebensstil nachhaltig gestalten zu können,
brauchen Mannheimer Bürger*innen Wissen über die natur- und
gesellschaftswissenschaftlichen Zusammenhänge des Klimawandels. Ziel muss es
sein, das Selbstverständnis als wichtige Mitglieder des Transformationsprozesses
und der Verantwortlichkeit des eigenen Handelns in allen Bevölkerungsgruppen zu
stärken. Um dies zu erreichen, müssen Akteur*innen aller Bildungseinrichtungen
in Mannheim kooperieren, von den Kindertagesstätten über die Grund- und
weiterführenden Schulen, die Hochschulen, die Abendakademie bis zur Klimaagentur
und anderen städtischen Angeboten.
Die Stadt muss sogenannte Nischenprojekte, die einen Wandel des Lebensstils
aktiv vorleben, kommunal fördern. Dazu gehören nicht-kommerzielle Initiativen,
wie zum Beispiel Urban Gardening Projekte, Repair Cafés, Bike Kitchens und
Kooperativen und gemeinwohlorientierte Unternehmen. Außerdem sollten Unternehmen
gefördert werden, die neue Wirtschaftsformen ausprobieren, wie das Konzept der
Solidarische Landwirtschaft oder Second-Hand-Läden.
Die Kommune hat eine besondere Verantwortung in ihren eigenen Betrieben, in
öffentlichen Einrichtungen und in der Verwaltung. Nachhaltige und sozial faire
kommunale Beschaffung und Beauftragung muss Grundprinzip für die Verwaltung und
alle städtischen Betriebe und Behörden werden.
In allen Bereichen des Mannheimer Klimaplans müssen stets soziale Aspekte
mitgedacht werden und besonderes Augenmerk muss auf die Integration
benachteiligter Gruppen gelegt werden. Um nur einige Beispiele zu nennen, muss
beim Ausbau des ÖPNV bedacht werden, dass ältere Menschen und Menschen mit
Behinderung einen barrierefreien Zugang zu allen Verkehrsmitteln sowie
ausreichend Platz zum Abstellen von Rollatoren oder Rollstühlen benötigen. Für
Frauen, die noch immer den größten Anteil der bezahlten und unbezahlten Care-
Arbeit stemmen, muss der ÖPNV Angebote machen, die es ermöglichen komplexe
Wegeketten zwischen zu Hause, Betreuungseinrichtungen, Kund*innen und
Einkaufsmöglichkeiten schnell, billig und komfortabel mit den Öffentlichen zu
bewältigen. Auch bei der Gestaltung von Anpassungsmaßnahmen ist besonderes
Augenmerk auf empfindliche Gruppen zu legen, so soll Heizung und Kühlung mit
erneuerbaren Energien zuerst installiert werden, wo sie am meisten benötigt
wird, z.B. in Pflegeheimen oder Krankenhäusern. Einkommensschwache Haushalte
dürfen in der Energie- und Verkehrswende nicht abgehängt werden, deswegen
braucht es vergünstigte Mobilitätsangebote und Hilfsfonds, wenn Energiekosten
steigen.
Maßnahmen
System der Abfallwirtschaft reformieren
Ausweitung der Mülltrennung
verpflichtende Biotonne für Privathaushalte
Anreizsystem durch Gebühren und Auszeichnung um Trennung und
Recyclingquote zu erhöhen
höhere Strafen für wilde Müllentsorgung
Einführung einer kommunalen Verpackungssteuer
Nachhaltige Beschaffung und Beauftragung
Berücksichtigung ökologischer und sozialer Nachhaltigkeitskriterien bei
der Auswahl sämtlicher Lieferanten und Handwerksbetriebe
Die Stadt als Vorreiterin und Initiatorin
Alle Immobilien und Flächen der Stadt Mannheim und ihrer Beteiligungen
begrünen und mit Photovoltaik ausstatten
Straßenbeleuchtung und alle städtischen Gebäude umstellen auf LED
Sanierungsschutzgebiete ausweisen und nur nachhaltige Bebauung im B-Plan
zulassen (ähnlich cradle to cradle)
Überdachung von Parkplätzen und Straßen mit PV - Pflicht
HomeOffice bei öffentlichen Arbeitgeber*innen unterstützen durch
Ermutigung und Zuschüsse für technische Ausstattung
Öffentliche Gebäude und Verpflegung
Verpflegung in Mensen und Kantinen städtischer Einrichtungen, und Kitas
und Schulen in kommunaler Trägerschaft auf bio-vegan-vegetarisch umstellen
Energieeffizienz öffentlicher Gebäude erhöhen: Verbrauchswerte
öffentlicher Gebäude sowie erreichte Einsparungen und Nachweise zu
erreichten Verbesserungen und internen Benchmarks öffentlich einsehbar
Bildung und Veränderungen des Lebensstils
Bildung für nachhaltige Entwicklung, insbesondere zum nachhaltigen Leben
und Arbeiten
Nischenprojekte fördern, die Wandel des Lebensstils zu mehr Nachhaltigkeit
begünstigen, z.B. Urban Gardening, Repair Cafés und Bike Kitchens
Kooperation mit anderen Kommunen
Mannheimer Ideen teilen, verknüpfen und weiterentwickeln und von anderen
Kommunen inspiriert werden
Divestment
vollständiger Ausstieg aus klimaschädlichen Geldanlagen und Reinvestment
von städtischem Kapital nach strengen Negativkriterien
6. Anpassung an eine 1,5-Grad-Welt - Mannheim lebenswert gestalten
Die globale Erderhitzung schreitet immer schneller voran. Mannheim ist unter den
50 einwohnerstärksten Städten Deutschlands, die 6. versiegelte und steigende
Temperaturen wirken sich überdurchschnittlich stark auf Mannheim aus. Deshalb
muss das bereits beschlossene Mannheimer Klimafolgenanpassungskonzept 2030
konsequent umgesetzt werden.
Das Klimafolgenanpassungskonzept ist aber höchstens ausreichend, wenn wir es
schaffen das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten und bis 2030 klimaneutral zu werden.
Andernfalls kommen Folgen ganz anderer Art und Härte auf uns zu, an die wir uns
nur noch schwer anpassen können. Die Mannheimer Sommer in den letzten Jahren
geben uns nur einen Vorgeschmack auf die Bedingungen, an die wir unseren
Lebensstil in Zukunft anpassen werden müssen. In Baden-Württemberg ist die
Jahresdurchschnittstemperatur seit Beginn der Aufzeichnungnen 1881 bereits um
1,5°C gestiegen. Nach dem IPCC Emissionsszenario B2, einer eher konservativen
Schätzung, wird sich die Jahresdurchschnittstemperatur bis 2060 um weitere 1.1°C
erhöhen, bis 2100 um 3.1°C im Vergleich zu heute. Für Mannheim bedeutet das,
dass die heißen Tage mit Maximaltemperaturen von 30°C und höher sich bis 2050
fast verdoppeln werden verglichen mit dem Zeitraum 1971-2000. Während wir an
einem klimaneutralen Mannheim als Beitrag zu den globalen Bemühungen gegen die
Klimakrise arbeiten, müssen wir gleichzeitig schon heute Maßnahmen zur Anpassung
an zukünftige Extremwetterlagen treffen, da selbst mit Erreichen des 1.5°C Ziels
die Auswirkungen auf Mannheim zu spüren sein werden.
Maßnahmen
Großangelegte Begrünung der Stadt und Aufforstung der Stadtwälder
Entsiegelung und keine weitere Versiegelung von grünen Flächen
Förderung von Fassaden- und Dachbegrünung in allen Stadtteilen
Pflanzung von Bäumen in Straßen mit dichter Bebauung durch Wegfall von
Parkplätzen
Aufforstung in Stadtrandgebieten, wo Potential besteht
Die BUGA als Modell und Reallabor für Park- und Grünanlagen designen, die
Mittel zur Luftverbesserung, Wasserspeicherung, Kühleffekt, Artenvielfalt
und Begegnungsmöglichkeiten sind
Artenvielfalt fördern
Förderung des Ökolandbaus auf Mannheimer Gemarkung
Städtische Artenvielfalt im gesamten Stadtgebiet fördern, z.B. durch
Insektenhotels, bienenfreundliche Baumscheiben und Begrünung mit wichtigen
Vegetationsarten
Schutz für Extremwetterereignisse
Hochwasserschutzmaßnahmen
Regenwassermanagement
Kühlsysteme mit Erneuerbaren für vulnerable Personengruppen, z.B. für
Pflegeheime und Krankenhäuser
Eine lebenswerte Welt bei +1,5 °C, oder: Was wir zu gewinnen haben
Liebgewonnene Verhaltensweisen zu ändern erfordert Mut, Kraft und
Beharrlichkeit. Aber wie viel Lebensglück ist tatsächlich von diesen Dingen
abhängig? Wie wäre das denn?
Kein morgendlicher Stau mehr, sondern ein öffentlicher Nahverkehr, der uns über
freie Straßen komfortabel und ohne Parkplatznot zur Arbeit bringt. Dazu sichere
Radwege, auf denen sich alle in den Sattel trauen. Weniger Abgase in der Luft,
weniger Motorenlärm, dafür mehr Vogelgezwitscher. Statt mit zahllosen Autos
zugeparkte Betonflächen ein großzügiger öffentlicher Raum, in dem man sich gern
begegnet und in dem Kinder wieder allein draußen spielen können. Und zu Hause:
Dinge, die auf Qualität und Haltbarkeit hin entwickelt werden anstatt auf
schnelles Kaputtgehen. Es geht um die vielen kleinen alltäglichen Schritte. In
Summe können diese Schritte das Leben wirklich besser machen, auch wenn das noch
nicht für jede*n gleich sichtbar ist. Als Gesellschaft können wir so gemeinsam
einen Konsens darüber finden, wie wir zusammenleben wollen.
Das kommende Jahrzehnt ist das letzte, in dem wir die Erderhitzung noch auf
unter 1,5°C begrenzen können. Wenn wir das nicht schaffen, wird sich unser
Klima, unsere Natur und damit auch unser Leben unwiederbringlich verändern. Um
dies zu verhindern, muss Mannheim bis 2030 klimaneutral werden. Dieser Klimaplan
ist unser konkreter Vorschlag, wie wir das in Mannheim schaffen können. Lasst es
uns anpacken!